der finale roadtrip

hier ist also die ellenlange geschichte, von mir und chris geschrieben und von susi noch nicht abgesegnet, aber trotzdem gut

Eigentlich wollten wir ja um 11 uhr losfahren. Jedoch umringt von unserer deutschen gruppe fiel der abschied schwer und die abfahrt wurde, mehr oder weniger freiwillig, auf 12 uhr verschoben. „wir“ das sind übrigens 3 total verschiedene typen aus 3 total verschiedenen ecken unseres schönen deutschlands. Michi, auch curly genannt, aus dem sonnigen münchen, chris aus dem, von horst schlemmer geprägten, grevenbroich und susi unser täubchen aus dem, in australien allseits bekannten, erfurt (eigentlich ja vieslbach, aber&hellip. Letztendlich haben wir es dann um 1 geschafft, das hostel in richtung bottleshop und supermarkt zu verlassen. Weil wir uns nach 2 monaten in perth immer noch nicht auskannten, fuhren wir mit unserem frisch gemieteten wicked camper zum einzigen uns bekannten supermarkt, der natürlich in entgegengesetzter richtung unseres eigentlichen zieles lag (eigentlich hatten wir kein konkretes ziel, aber nach norden wollten wir eigentlich schon). Obwohl wir eigentlich schon eingekauft hatten, eigentlich nur ein paar kleinigkeiten besorgen wollten und eigentlich ja schon seit 2 stunden unterwegs waren schafften wir es trotzdem nochmal eineinhalb stunden im shoppingcenter zu verbringen (michi hatte seinen ausweis vergessen und chris und susi kriegen auch mit keinen alkohol&hellip. Anyway! Nach einem kleinen, aber zünftigen, verfahrer und anschließendem kartenkauf waren wir dann um 3 endlich auf der richtigen straße unterwegs und um 5 auch schon in cervantes. Nach kurzer verschnaufpause am caravanpark, wo mareen und kristin nach ihrem rausschmiss im country pub eingezogen waren, machten wir uns kurz vor sonnenuntergang (der erste) auf in richtung pinnacles (wüste mit ganz vielen tollen steinen). Unsere suche nach dem berühmten felsen in form eines männlichen gliedes blieb jedoch erfolglos. Trotzdem konnten wir der umgebung ein paar erste gute fotos entlocken, woraufhin susi beschloss ihre bilder an die geo zu verkaufen und ihre beiden reisegefährten am gewinn nicht zu beteiligen – ziemlich nett…
Nach erster probeübernachtung im neuen van wurden uns zwei sachen bewusst: schwarz schlafen geht gut, zu dritt im van schlafen geht gar nicht. Auf susis wiederholtes gequängele hin („mit mareen und kristin haben wir immer versetzt geschlafen&ldquo wurden die schlafpositionen im van dahingehend verändert, dass susi  michis fußfetisch befriedigte, indem sie sich umdrehte. Nach dusche im caravenpark gings auf nach geraldton und weil uns nicht bewusst war, dass das die stadt mit dem letzten hungry jacks für dreieinhalbtausend kilometer war griffen wir auf das altbewährte pastaessen zurück und zogen uns zum sonnenuntergang gucken (der zweite) zum windsurf paradise beach zurück.
Nach zwei nächten im van hatten sich die beiden kleinen schon an die schlafgegebenheiten im van gewöhnt, der fast-zweimetermann allerdings nicht. Gemischt frisch und voller tatendrang gings ab nach kalbarri, vorbei an pinken seen und dem  wenig spektakulären, aber im lonely planet vielgepriesenen mushroom rock. Nach kurzer dusche und sonenuntergang (der dritte) schlugen wir unser nachtlager auf dem parkplatz des örtlichen tennisplatzes, wo wir von einem schild mit der aufschrift „visitors welcome“ förmlich dazu genötigt wurden dort zu schlafen.
Der verfrühte osterhase (böse zungen behaupten auch es sei michis verplantheit gewesen) machte uns am nächsten morgen zu schaffen, als wir susis rucksack nicht mehr finden konnten. Weil der osterhase oder wer auch immer den, wahrscheinlich am abend zuvor draußen liegengelassenen, rucksack genommen hatte diesen nicht an der stelle, wo wir ihn „verloren“ hatten belassen hatte mussten wir mit quietschenden reifen die polizeistation aufsuchen. Wie aber jedes kind weiss sind australische polizeistationen am Dienstag um 9:30 uhr geschlossen – warum auch immer… (knoppers?) Nachdem wir den ranger darüber aufgeklärt hatten, was vorgefallen war, klärte dieser uns darüber auf, dass wir (was wir natürlich wussten) illegal auf dem parkplatz geschlafen hatten. blöd eigentlich, dass er in dieser nacht dort nicht vorbeigekommen war. Nach langem hin und her fuhren wir zum tatort zurück um die fährte des langfingers  äh –ohres aufzunehmen. Dank michis großer spürnase ward der verlorengeglaubte gegenstand binnen kürzester zeit ausfindig gemacht. Zur überraschung, um nicht gar zu sagen erleichterung, aller war der rucksack nicht durchwühlt ins gebüsch geworfen, sondern mit vollem inhalt und scheinbar ungeöffnet auf die straße gelegt worden. Den hallo-wach-effekt dieser kleinen aktion nutzend, stürzten wir uns wenige zeit später auf susis drängen hin („der loop soll so gut sein“ „ganz berühmt“ „von vielen empfohlen&ldquo in unser erstes wildnissabenteuer. Anfangs wunderten wir uns noch, warum uns nach den anfänglichen 300 metern des insgesamt 8 kilometer langen wanderweges, die zur starattraktion des parks, dem nature window, führten keine leute mehr begegneten. Nach 3 stunden wanderung und gegangenem ein drittel der strecke wurde uns langsam bewusst warum: der loop war scheiße. Vielleicht lagen aber auch die tatsachen dass wir die einzigen waren, sowie dass wir den loop scheiße fanden daran, dass wir die wanderung in der prallen mittagshitze in angriff genommen hatten. zu unserer verteidigung muss man aber auch sagen, dass wir auf unserer reise keine anderen backpacker getroffen haben, die den walk überhaupt gemacht hatten. bei unserer weiterfahrt zum nächstgelegenen roadhouse, wo wir zu nächtigen gedachten begegneten uns insgesamt vielleicht 10 autos, was eigentlich auch nicht weiter verwunderlich ist. Allerdings schafften wir es, durch gekonntes stop and go gefahre (chris: „ziege! Ziege! Ziege! Halt mal an, ich will fotos machen!&ldquo insgesamt 3-mal dasselbe auto mit unserem alten wicked zu überholen. Am Roadhouse angekommen lernten wir an diesem abend noch die insassen des 3 mal überholten autos kennen und natürlich waren diese 4 deutsche. Nach feuchtfröhlichem abendlichen beisammensitzen beschlossen wir kurzerhand am nächsten tag mit keyhan, andrea, dem chris und der chris nach mokey mia zu fahren (kommentar von der chris: „aber rast nicht wieder so, sonst kommen wir nicht mit!&ldquo. der sonnenuntergang (der vierte) war übrigens ganz fein.
Nachdem der wecker uns frühmorgens geweckt hatte gings mit frühstück im auto und den andren im schlepptau auf nach monkey mia zur delphinfütterung. Die faulen meeressäuger allerdings lagen mehr gemütlich im wasser und warteten auf futter, als dass sie uns eine tolle show geboten hätten. Lediglich der babydelphin trug mit unbeholfenen schwimmversuchen zu unserer belustigung bei. Der mit spannung erwartete moment der fütterung erreichte für susi seinen höhepunkt, als ihr von einem alten wärter dazu angeboten wurde einem der delphine einen fisch zu geben. Für chris und michi war der höhepunkt der fütterung, dass der delphin keinen bock auf fisch hatte und sich vehement weigerte susis fisch zu fressen. Den rest des tages machten wir uns einen lenz indem wir den nachmittag in den facilities des teuren luxusresorts verbrachten. Chillen am und im pool oder auch mal wieder eine gute dusche aus der auch warmes wasser kommt und die nicht eine ordinäre stranddusche ist. Abends schlugen wir unser nachtlager an einem wahren secret spot, nahe des must see strandes shell beach, auf. Als wir aus dem auto stiegen um den vermeintlichen kieselstrand zu erkunden stellten wir fest, dass der boden nicht mit steinchen sondern mit muscheln bedeckt war. War natürlich auch wieder ein ganz toller sonnenuntergang mit geo-potential. Die laune verdarb uns dann nur der vermeintliche backpackermörder, der spät nachts mit seinem auto fünfzig meter von uns entfernt parkte. Michi, der eigentlich das auto im auge behalten sollte, war schliesslich der erste der einschlief, weil er sich wenig von chris‘ horrorgeschichten einschüchtern ließ – ganz im gegensatz zu frau günther.
Am nächsten morgen war der backpackermörder schon weg und irgendwie waren wir alle noch da – nochmal glück gehabt! Wer uns allerdings nicht verschonte waren die fliegen und deshalb wurde das frühstück wieder ins auto verlegt. Der wahre shell beach entpuppte sich als schlechter abklatsch unseres geheimstrandes. Muscheln waren natürlich in massen vorhanden, aber die meisten durch touristenhorden zerstört und alle schönen geklaut. Nächster halt auf unserer reise war carnarvon, der aufenthaltsort unserer alten fischerfreunde krabbe und co. In carnarvon angekommen wurden kurz paulo, lukas, marlon und krabbe (ehemals fabian) begrüßt und dann begaben wir uns zum hostel um dort zu duschen. Weil wir natürlich kein geld dafür bezahlt hatten wurden wir dann auch kurz vor den duschen von der putzfrau abgefangen und hinausbefördert. Ohne dusche wurde sich dann zunächst um einen schlafplatz gekümmert, was aufgrund des hohen polizeiaufgebotes schwieriger als gedacht war. Mit der dreistigkeit eines jungen backpackers gewappnet beschlossen wir dann bei einer familie zu klingeln, auf deren vorgarten schon ein wohnwagen stand. Obwohl das haus keine klingel hatte, schafften wir es trotzdem irgendwie die aufmerksamkeit der hausbesitzerin zu gewinnen und sie von unserer genialen idee unseren camper in ihrem vorgarten zu parken zu überzeugen. Geduscht wurde wieder am strand und dann gings mit dem guten bundyrum auf eine alte eisenbahnbrücke die uns als location für unsere kleine wiedersehensfeier diente.
Schweißgebadet erwachten wir am nächsten tag zu nicht allzu früher stunde und machten uns auf zum supermarkt um vorräte für michis geburtstag und die nächste woche zu kaufen. Allerdings schlug uns das backpackerleben an diesem tag wieder einmal ein schnippchen indem es uns aus heiterem himmel den karfreitag in den weg legte. Alles ausser tankstellen hatte geschlossen. Auf dem weg nach norden machten wir dann einen „kleinen“ 80km abstecher zu den lobgepriesenen blowholes, die an diesem tag aber leider auch dem fasten fröhnten und uns im stich ließen. Weiter gings nach coral bay, wo wir unsere 4 monkey mia begleiter zufällig wieder trafen. Eigentlich hätten die schon in exmouth seien wollen, aber der motor hatte 15km vor coral bay keine lust mehr und entsschloss sich aus unlust zu platzen. Dummerweise hatte michi am nächsten tag geburtstag und so wurde die partygesellschaft um 4 gäste erweitert. Der abend endete mit einem ausgelassenen nachtbad am schönen paradise beach.
Gut verkatert wurde am nächsten mittag die kindergeburtstagskiste hervorgeholt und einem völlig begeisterten geburtstagskind präsentiert. Gespickt mit partyhüten, tröten, dinosauriern, wasserpistolen und flummis trug sie den ganzen tag zur allgemeinen erheiterung bei. Natürlich wurde auch das nur 100 meter vom strand entfernte ningaloo reef erkundet und am schluss konnte man die sichtung eines rochens und eines nicht allzu kleinen haies verbuchen. Abgerundet wurde der geburtstag mit einem deftigen backpackeressen im stile von reis mit baked beans, thunfisch, tomatensoße und gemüse abgeschmeckt mit ketchup. Aufgrund, der von der kindergeburtstagskiste gesponserten tischdekoration, durfte man diesen abend auch wieder als eins unserer highlights unserer fahrt verbuchen.das einzig traurige an coral bay war, dass es dort keine besonders guten sonnenuntergänge gab und daraufhin aus trotz einfach allgemein keine bilder von strand und umgebung gemacht wurden.
Unser 9. tag war, als logische konsequenz auf unseren chilltag, ein reiner fahrtag an dem wir die 700km zum karijini national park zurücklegten. Die perfekte planung, die mit einer späten ankunft bei sonnenlicht endete wurde von örtlichen minen- oder schienenarbeitern oder kühen über den haufen geworden, als ein kilometerlanger zug für circa eineinhalb stunden die fahrbahn blockierte. Der sonnenuntergang war mit zug als motiv aber gar lieblich. Geschlafen wurde dafür umsonst, weil bei unserer ankunft schon kein ranger mehr am start war.
Am nächsten tag wurde carpe diem betrieben und wir machten uns früh auf in richtung fortescue falls, wo wir uns dann auch lange mit baden, klettern und fotografieren beschäftigten. Nächster stop waren die circular pools die nicht weniger spektakulär waren. Über abenteuerliche sandpisten fuhren wir weiter zur eigentlichen hauptattraktion des parks, dem mt. Oxer. Damit jetzt kein falscher eindruck entsteht: wir sind da natürlich nicht hochgelatscht, sondern in australischer manier hingefahren, wie auch zu allen anderen plätzen im park. Auf der fahrt zum nächsten rastplatz entlang der straße nach port hedland bot sich durch eine gewaltige szenerie noch eine augenschmauß der extraklasse. Der sonnenuntergang beim roadhouse erreichte auf der schönheitsskala nur magere 3 bilder…
Der nächste Tag begann mit einer kleinen Überraschung. Das Wetter war zum ersten mal nicht perfekt, um nicht gar zu sagen schlecht was aber nicht heißen soll, dass man nicht trotzdem bei über 30 grad und hoher luftfeuchtigkeit heftigen schweißausbrüchen zum opfer fiel. Von der schwüle erdrückt schleppten wir uns im nächsten ort, port hedland, in den klimatisierten woolworths. Der depressive effekt mit dem uns die graue mienenstadt anfänglich begrüßt hatte wurde durch das schumrige licht im supermarkt und die herumlungernden aborigenes noch verstärkt und so kürten wir port hedland sofort zur häßlichsten stadt der westküste und zur no go zone für freudige gemüter. Eilig flüchteten wir zurück auf den highway und zum 80 mile beach, der – hey surprise – 80 meilen lang ist und insgesamt 3 zufahrten und 3 campingplätze hat. Auf dem campingplatz ward schnell ein plätzchen ausfindig gemacht und das abendessen serviert und beim essen bot sich uns ein lustiges schauspiel als ein 8 jähriger australier, nur in unterhose bekleidet, seinem bruder hinterherrannte und dabei kontinuierlich schrie „give me my clothes back!“ Das spektakel erreichte seinen höhepunkt als ein durch chris angeregter tausch (unterhose gegen t-shirt und hose) platzte und der kleine nunmehr ganz ohne kleidung seinen bruder jagte.
Höhepunkt unseres darauffolgenden großen chillout-tages, an dem wir einfach nur das nicht-fahren-müssen und den schönen strand und ruhigen campingplatz genoßen war, als ein australischer rutenschmeißer am strand einen kleinen hai aus dem wasser zog und ihn auf brutalste weise mit seinem fischermesser erdolchte, in einzelteile zerlegte und in die kühltruhe packte. Auch die kleinen jungens und ihre noch kleinere schwester trugen wieder zur allgemeinen heiterkeit bei.
Als chris am nächsten morgen aus der puffsauna kroch erwartete ihn unser kleiner 8 jähriger freund schon und begrüßte ihn mit einem freudigen: „can you chuck my brother in the bin?“. Zu deutsch: „kannst du meinen bruder in die mülltonne stecken?“ Chris lehnte dankend ab, erzählte ihm dafür aber eine fatale fantasiegeschichte, die dazu führte dass der junge mann fest davon ausging, dass wenn man michi an der geheimen stelle kitzelte in diesem der hulk erwachte. Kurzerhand wurde der kleine keck vom fast-2-meter-mann auf einen baum verfrachtet. Zum abschied rüsteten wir die 3 kleinen frechdachse mit den überbleibseln unserer lustigen partybox aus und vor allem die wasserpistolen fanden großen anklang – auch beim vater. Schweren herzens machten wir uns auf in richtung broome, wo wir rechtzeitig zum, endlich mal wieder, supertollen und mit sonnenunterganswölkchen versehenen sonnenuntergang am cable beach aufschlugen.

Was bleibt zu sagen? Den rotbraunen wicked haben wir wieder sauber genug gekriegt um ohne beanstandung unser deposit wiederzuerlangen. Michi und chris haben von susi so einiges über sonnenuntergänge gelernt. Susi hat sich mit ihren 2 chaoten wacker geschlagen und sie fast ein bisschen erzogen und irgendwie hoffentlich auch ein bisschen liebgewonnen. Wir haben fast 2gb bilder, davon bestimmt 1gb von sonnenuntergängen. An der westküste gibt’s eindeutig zu viele fliegen. Und zu guter letzt: es ist ja so heiß und schwül hier, aber: guad war's!

soviel dazu! mit einem lachenden und einem weinenden auge werde ich heute in den flieger setzen um wieder mal nach melbourne zu fliegen (das dritte mal). dort erwarten mich eiskalte 17 grad, aber ich freu mich schon drauf! thailand wird heiss genug... seltsames gefuehl zu wissen, dass ich dieses land (irgendwie eine zweite heimat) nach nunmehr fast 8 monaten wieder in richtung zuhause verlasse, aber ich weiss ja: ich komme wieder! meine letzten abend in australien muss ich natuerlich auch nicht alleine verbringen, meine tully-bekanntschaften reichen einfach zu weit und so werde ich in melbourne auch schon erwartet und weil morgen samstag is wirds sicher auch nochmal ganz lustig. chris arbeitet jetzt uebrigens bei mcdonalds

ich meld mich (wahrscheinlich) aus melbourne und wenn nicht dann aus der khao san road in bangkok!

keep it real

4.4.08 06:31

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung